Makro einer Oberfläche: Grünspan-Craquelé trifft auf Kupfer und Kalkweiss

Atelier & Technik

Farbe als langsame Chemie

Kalk reisst, wenn er trocknen will. Kupfer läuft grün an. Ich baue die Bedingungen und lasse die Chemie ihren Teil übernehmen.

Wie ein Bild entsteht

Schicht auf Schicht, über Wochen

Am Anfang steht kein Motiv, sondern ein Grund. Sumpfkalk und Marmormehl werden mit der Spachtel auf die Leinwand gezogen, roh und dick. Dann warte ich. Der Kalk entscheidet selbst, wo er reisst.

Erst danach kommt Farbe dazu, als Pigment eingestreut oder eingeschlämmt. Sie sucht sich ihren Weg in die Risse, sammelt sich in den Tiefen, bleibt auf den Graten hell. Was von unten durchschlägt, bestimmt das Bild oft stärker als das, was ich oben auftrage.

Kupfer- und Silberakzente kommen zum Schluss. Sie sind der einzige Teil, der sich nach dem Trocknen noch weiter verändert.

Eine Spachtel zieht Sumpfkalk und Marmormehl über eine Leinwand mit Grünspan-Struktur
Craquelé-Struktur in Rot und Türkis, Makroaufnahme
Craquelé, so wie der Kalk es selbst entschieden hat

Was drin steckt

Vier Materialien, die alles bestimmen

Rohe Mineralpigmente in Azuritblau, Grünspan und Zinnober neben Marmormehl und Blattgold
Marmormehl
Fein gemahlener Marmor, in die Farbe eingerührt. Er gibt der Fläche Korn und Gewicht und lässt sie das Licht streuen statt spiegeln. Nichts an einem Strukturbild ist glatt.
Sumpfkalk
Jahrelang eingesumpfter Löschkalk, wie im Freskenbau. Er trocknet langsam und reisst dabei. Genau diese Risse, das Craquelé, sind gewollt und nicht steuerbar.
Pigmente
Reines Farbpulver statt fertiger Tubenfarbe. Schweres Pigment sinkt, leichtes bleibt oben. So entsteht Tiefe, die sich nicht malen, sondern nur schichten lässt.
Kupfer & Silber
Metallakzente, die das Licht einfangen und sich je nach Blickwinkel und Tageszeit verändern. Kupfer läuft mit der Zeit grün an, das Bild altert also mit.
Leinwände und Keilrahmen lehnen an der Kalkwand im Atelier

Besuch nach Vereinbarung

Komm vorbei und schau es dir an

Hier ist mein Atelier, der Platz, an dem sich Farben, Formen und Gedanken zu neuen Bildern verbinden und Geschichten beginnen. Gerne könnt ihr mich nach Absprache auch in meinem Atelier besuchen. Ich freue mich immer über Besuch und inspirierende Begegnungen.

Ein Strukturbild im Netz zu beurteilen, ist ehrlich gesagt schwierig. Erst im Streiflicht sieht man, wie tief die Risse gehen und wie das Kupfer arbeitet. Wenn du in der Nähe von Balterswil, Frauenfeld, Weinfelden oder Wil bist, melde dich einfach.